Praktische Übungen und Anleitungen

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von , ,institutoftt vor 3 Jahre, 4 Monate.

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    Beiträge
  • #1321
    ,
    ,institutoftt
    Keymaster

    Hier sammeln wir Fragen und Beiträge zu den praktischen Übungen und den zugehörigen Anleitungen.

    #2414
    ,
    ,biggifuchs
    Teilnehmer

    Wenn alles zu anstrengend ist!!
    Aktuell habe ich einen kleinen Patienten, 8 Jahre mit Entwicklungsverzögerungen auf allen Ebenen. Wirkt überschießend und impulsiv in seinen motorischen Reaktionen, Lehrerin wirft ADHS in den Raum. Das Energieniveau ist erstaunlicherweise gut. Nach Provokation rutscht es bisschen weg. Motoriktraining ist für kurze Zeit nur umsetzbar, dann blockt der Bub ab (ist zu anstrengend, hat Kopfschmerzen) – die Objektivierung mit Raymedy zeigt auch, dass es zu anstrengend für ihn ist, das Energieniveau saust in den Keller. Fürs Protokoll besteht zu wenig Geduld von seiten des Kindes her. Und nun?

    #2416
    ,
    ,institutoftt
    Keymaster

    Diese Beobachtungen machen wir auch immer wieder bei vielen Kindernn: Bei der kleinsten Anstrengung ist die Energie sofort im Keller. Dieser Zustand wird dann oft mit “schwierigem” Verhalten kompensiert. Bei der Ursachenforschung landen wir immer wieder bei dem sattsam bekannten Phänomen: KISS/KIDD, die sogenannte Kopfgelenksblockade. In Wirklichkeit ist dabei aber nicht das Gelenk blockiert. Es ist eine extreme Überspannung einiger Halsmuskeln. Der Auslöser ist eine, oft kurzzeitige Überspannung nach der es keine oder nur eine unzureichende Entspannung gegeben hat. Bleibt der Spannungszustand über längere Zeit erhalten, verlernt das motorische Steuerzentrum die Entspannung. Wir sprechen von einer sensomotorischen Amnesie. Die Folgen sind: Dauerhafte Überspannung einiger Halsmuskeln mit hohem Energieverbrauch und Asymmetrie in den Halte- und Bewegungsfunktionen. Das wiederum hat Auswirkungen auf das Gleichgewicht, das Sehen und über die myofaszialen Ketten auch auf das ISG und damit auf alle vegetaiven Steuerungen. So wird das Leben sehr anstrengend.
    Die Lösung des Problems muss aus drei Schritten bestehen:
    1. Die sensomotorische Amnesie löschen
    2. Die Muskeln tiefentspannen
    3. Orthofunktionale Bewegungsmuster trainieren
    Es gibt nach meinem Wissen derzeit nur ein Therapiekonzept, in dem das vollständig gemacht wird: CompFlex (Der nächste Ausbildungskurs beginnt am 09.03.2018). Effektiv ist die Behandlung mit der HIO-Technik, eine manualtherapeutische Behandlung nach Biedermann. Hier werden die Schritte 1 und 2 sehr gut durchgeführt. Allerdings fehlt der Behandlungsschritt 3. Das führt oft dazu, dass die Kinder wieder über eine längere Zeit, teilweise sehr ausgeprägt, mit aktiven frühkindlichen Reflexen zu tun haben.

    #2421
    ,
    ,biggifuchs
    Teilnehmer

    Die Atlasblockade wurde per HIO deblockiert. Die ersten zwei Schritte sind wir also schon gegangen. Es ist dennoch sehr schwierig den jungen Mann zu einzelnen Übungen motivieren zu können. Egal ab am Boden in Form von Flexi oder auf der Wippe. Er verfällt sehr schnell in Vermeidungsverhalten oder Aussagen wie: “die andere Logopädin hat aber immer mit mir Spiele gespielt” Von daher bin ich ein wenig ratlos wie ich mein Ziel der Überlagerung der frühkindlichen Reflexe erreichen kann, damit ich dann zum geeigneten Zeitpunkt die Hörverarbeitung schulen kann.

    #2443
    ,
    ,institutoftt
    Keymaster

    Nun, ohne Compliance, ohne die aktive Mitwirkung des Pateinten ist dieses Ziel nicht erreichbar. Patient und Therapeut müssen sich einig sein, was sie gemeinsam erreichen wollen. Mit Patienten, die nicht mitarbeiten wollen, bin ich auch selten bis nie erfolgreich. Das Dumme ist nur, dass genau diese Leute dann draußen herumlaufen und überall erzählen, dass das, was ich tue, ja auch nicht helfen würde. Deshalb schlage ich meinen Patienten vor, was ich tun will und warum und dann müssen sie sich entscheiden, ob sie mitmachen wollen oder lieber zu einer anderen Therapeutin gehen wollen und dort Spiele spielen. Es ist nicht Bestandteil der Therapie, den Patienten zum Mitmachen zu überreden. Wer nicht will….

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